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Thiago berichtet aus seinem Leben:

in der Gemeinsamkeit entstehen neue Lebensperspektiven…

 

„Ich bin Thiago und wohne im Stadtkreis ‚Rio Bonito‘ [schöner Fluss], ganz in der Nähe des Kinderrechtszentrums Interlagos. In diesem Quartier bin ich geboren und aufgewachsen. Während meiner Jugend habe ich viele Freunde verloren. Sie fielen in die fatalen Maschen des Drogenhandels und wurden zu Kanonenfutter des Bandenkrieges. Andere wurden von der Militärpolizei erschossen. Diese sorgt nie für unsere Sicherheit, sondern macht einzig auf soziale Kontrolle durch Gewalt und Angst. Bis jetzt ist es mir gelungen zu überleben. Und in mir leben auch meine Träume und Hoffnungen weiter. Mein Ziel ist es, meinen eigenen Lebensweg zu finden, eine Arbeit zu haben, die mir Spass macht, und eine Familie zu gründen.

 

 

In meinem Leben habe ich schon viel gearbeitet. Seit ich dreizehn Jahre alt bin, sammle ich Papier und Karton auf der Strasse. Als ich zu arbeiten begann, wollte ich mit meinem Einkommen ein Rollbrett kaufen. Das war mein grosser Traum. Doch es war nie möglich. Denn mit meinem Lohn hätte ich nie mehr als die Räder eines Rollbrettes kaufen können. Darum verstehe ich auch die Jugendlichen, welche in den Teufelskreis des Drogenhandels fallen und an die Illusion des grossen Geldes glauben.

 

 

Vor etwa zwei Jahren habe ich das Kinderrechtszentrum Interlagos kennengelernt. Eine Gruppe Jugendlicher war daran, in der Favela farbige Graffitis mit Bildern aus ihrer Lebenswelt zu malen. Das hat mich sehr beeindruckt. Seither bin ich mit dabei. Wir organisieren uns in Gruppen, diskutieren miteinander über unsere Wirklichkeit, reden mit den Bewohnern der Favelas. Und mit unseren farbig frohen Graffitis versuchen wir, das vorherrschende Grau-Schwarz dieser Stadt zu verändern. Die Arbeit mit den Jugendlichen wächst, und es entstehen weiter neue Gruppen. Wir malen unsere Wirklichkeit und suchen gemeinsam Auswege aus der sozialen Ungerechtigkeit. In meinem Leben hat das Kinderrechtszentrum einen ganz wichtigen Platz. Zusammen mit den Jugendlichen habe ich einen Sinn in meinem Leben gefunden. Hier gibt es nicht ein Brasilien, sondern zwei ganz gegensätzliche Brasilien. Das erste Brasilien ist das Land der wohlhabenden Wenigen. Ich lebe im anderen Brasilien: ein Land voller Elend, Ungerechtigkeit und Gewalt. Und an der Veränderung dieses Brasiliens arbeiten wir. Und wir sind überzeugt, dass es uns gelingen wird!”

 

(tuto)
 
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Ciao