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Mit Dialog und Diskussion in die Zukunft

 
Beat Wehrle (Tuto) berichtet von der Jahresversammlung des Kinderrechtszentrums Interlagos, die während seines Aufenthaltes in São Paulo realisiert wurde.
 
 

Ende Juli hat das Kinderrechtszentrum Interlagos seine jährliche Generalversammlung realisiert. Spannend war es für mich, die Entwicklung des Zentrums aus dem intensiven Dialog der Mitglieder heraus zu spüren. Seit knapp drei Jahren bin ich nicht mehr im Alltag des Kinderrechtszentrums gegenwärtig und begleite jetzt aus Distanz die breite Palette der Aktivitäten, die alle die Verwirklichung der Rechte der Kinder und Jugendlichen suchen.

 
 

Das Kinderrechtszentrum ist noch immer eine junge Organisation. Doch in den elf Jahren seiner Existenz hat es eine erstaunliche Entwicklung erlebt. Aus einer unbekannten Organisation am Rand der Südzone von São Paulo ist ein in ganz Brasilien anerkanntes Zentrum geworden, das seit zwei Jahren selbst die Vereinigung der brasilianischen Kinderrechtszentren koordiniert. Und genau um diese riesige Spannweite zirkulierte die Diskussion der Versammlung.

 
 

Es ist sehr wichtig, dass wir weiter an unserer Vernetzung mit anderen Menschenrechtsorganisationen arbeiten, meint Helder. Doch fügt er gleichzeitig hinzu: „Doch unsere Wurzeln hier in Interlagos, in diesem Stadtteil von São Paulo mit riesiger Konzentration von Favelas, diese Präsenz mit und bei den Menschen, im Alltag auf der Strasse mit den ausgebeuteten Kindern, diese Wurzeln dürfen wir auf keine Weise verlieren!“. Paula knüpfte am Gedanken weiter, und zeigte wie wichtig in der alltäglichen Arbeit gerade beide diese Aspekte sind. „Natürlich müssen wir weiter und immer intensiver direkt mit den Kindern zusammenarbeiten, denen ihre Rechte versperrt sind. Doch gerade damit diese Arbeit wirkungsvoll sein kann, brauchen wir ein breites Netz von Menschen und Organisationen, welche am gleichen Strick ziehen. Wenn uns dieses Netz fehlt, fühlen wir uns alleine, sind wir ohnmächtig und verlieren unsere Kraft.“

 
 

Und Fernanda fasst schliesslich zusammen, dass wir stets das gesunde Gleichgewicht suchen müssen. Der Konsens der Versammlung ist genau das alltägliche Ertasten dieses Gleichgewichtes: zwischen dem lokalen Handeln und der regionalen, ja nationalen Vernetzung; zwischen der Mobilisierung der unzähligen, kleinen Gruppen und der juristischen Verteidigung der Rechte. Die Diskussion geht weiter, die konkreten Projekte werden ausgewertet und die Prioritäten für die nächsten Monate fixiert.

 
 

Ich höre vor allem zu und bin froh, eine reife Gruppe beobachten zu können, welche mit grossem Interesse an den Geschicken des Kinderrechtszentrums schmiedet. Der Samen wurde vor Jahren in die Erde gesteckt und getränkt. Heute ist der kleine Schoss trotz unzähligen Schwierigkeiten und Herausforderungen zur sichtbaren Pflanze gewachsen. Und sie hat die Fähigkeit entwickelt nicht selbstsicher vor sich hin zu wuchern, sondern selbstkritisch die Richtung ihres Wachstums auszuwerten, um sich immer wieder neu nach der Quelle des Lichts auszurichten: das Leben aller Menschen in Würde und Gerechtigkeit.

 

(tuto)
 
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