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Die Distanz zwischen Gesetz und Wirklichkeit verringern: aber wie?

 
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In der Basisarbeit des Kinderrechtszentrums in der Südzone von São Paulo werden nicht nur Kinder begleitet, deren Menschenrechte verletzt wurden (Projekt ‚Treffpunkt Kinderrecht‘). Gleichzeitig arbeitet das Kinderrechtszentrum an einem breiten Netz von Kinder- und Jugendgruppen, von Vereinen und Organisationen, die gemeinsam die Stimmen der Kinder und Jugendlichen laut werden lassen (Projekt ‚Netzwerk Kinderrecht‘). In den vielfältigen Ansätzen und Konzepten geht es immer darum, die Erfahrungen der Ohnmacht zu überwinden.

 
 

Natürlich ist innerhalb der Wirklichkeit von Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung das Gefühl der Machtlosigkeit sehr gross und stark. Doch wenn zwei Machtlose sich vereinen, sind sie nicht mehr zwei Machtlose, sondern zwei Menschen, die in ihrer Gemeinsamkeit die Kraft, etwas machen zu können, entdecken. Nicht alles vermögen sie zu ändern, doch sicher mehr als nichts. Im gegenseitigen Austausch nehmen sie Abstand von der lähmenden Wirklichkeit, und versuchen die Komplexität ihrer Lebenswelt zu verstehen. Theater oder Bilder, Musik oder Tanz sind Ausdruck dieser Verarbeitung der erlittenen Realität. Und in den verschiedenen Aktivitäten erleben sich die Kinder und Jugendliche als handelnde Menschen. Sie stärken ihr Selbstwertgefühl und wagen, ihre Welt zu benennen, ihre Wirklichkeit zu analysieren, ihre Träume und Ziele zu formulieren. Sie sind nicht mehr nur Objekte einer gegebenen Wirklichkeit, sondern sie werden langsam, Schritt um Schritt zu Subjekten ihrer eigenen Geschichte.

 
 

Die unterdrückte Kraft der ausgegrenzten Mehrheit zu befreien, das ist das Ziel des Kinderrechtszentrums. Doch niemand kann den andern befreien. Nur Räume schaffen, welche die Befreiung fördern und ermöglichen. Genau daran arbeitet das Projekt ‚Netzwerk Kinderrecht‘. Diese kulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat eine doppelte Wirkung: Einerseits lernen die Kinder und Jugendlichen das bedrückende Schweigen zu brechen, sie überwinden ihre soziale Unsichtbarkeit und werden aktiv. Sie machen sich stark für ihre Rechte und stellen die scheinbare Normalität von häuslicher Gewalt, Kinderarbeit, sexuellem Missbrauch, Repression durch Militärpolizei, Drogenhandel und Todesschwadronen in Frage. Die Kinder und Jugendlichen stärken sich als handelnde und verändernde Menschen und andererseits provoziert diese erwachende Dynamik einen breiteren gesellschaftlichen Dialog über diese oft tabuisierten Themen und Herausforderungen.

 

 

Keine leichte Arbeit, das ist sicher. Vor allem ist sie nicht immer schön gradlinig, sondern oft durch Rückschläge getroffen. Doch die Hoffnung bleibt. Und manchmal kommt Unterstützung von unerwarteter Seite: im Oktober wurde das Kinderrechtszentrum in einem Wettbewerb des brasilianischen Kulturministeriums ausgezeichnet. Über dreitausend innovative Projekte nahmen am Wettbewerb teil und fünfzig kamen in die enge Wahl. Am Schluss landete das Kinderrechtszentrum auf Platz 4. Ein riesiger Erfolg für das Kinderrechtszentrum! Herzlichen Glückwunsch an die ganze Equipe und macht weiter so!

 

 
(tuto)
 
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