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Sepp und Lotti Stöckli: ein neuer Film über brasilianische Kleinbauern

 

Das ‚filmende Ehepaar aus Schenkon‘ (Luzern) ist seit Jahren eng mit Novo Movimento verbunden. 2008 veröffentlichten sie in Zusammenarbeit mit Novo Movimento den Film ‚Land für die Landlosen‘, der die Notwendigkeit und die Anliegen der brasilianischen Landlosenbewegung darstellt. Der Film wurde in der Zwischenzeit vielseitig in der Erwachsenenbildung, in Vorträgen und Workshops eingesetzt. Er zeigt das menschliche Antlitz der Landlosenbewegung, provoziert Fragen zur ungleichen Landverteilung und erzählt den Lebensweg von Menschen, die in ihrem Alltag an möglichen Veränderungen arbeiten. Er wird durch die Filmstelle ‚Filme für eine Welt‘ der Stiftung Bildung und Entwicklung vertrieben und wurde 2009 am internationalen Filmfestival ‚Medias Nord Sud‘ in Genf ausgezeichnet.

 

 

Nach dem erfolgreichen Filmprojekt über die Landlosenbewegung blieben Sepp und Lotti Stöckli der Problematik der brasilianischen Kleinbauern treu und begannen, im Westen Amazoniens (Bundesstaat Acre im brasilianischen Grenzgebiet zu Peru und Bolivien) das Leben von Gummizapferfamilien zu begleiten. Der so entstandene neue Film berichtet über deren nachhaltige Tropen-waldbewirtschaftung und ihren oft lebensgefährlichen Kampf für den Schutz des Regenwaldes. Seit 2008 können die Gummizapfer ihre Milch an eine durch die brasilianische Regierung aufgebaute Kondomfabrik verkaufen. Deshalb der Titel des neuen Filmes ‚Kondome im Urwald‘.

 

Der ebenfalls durch Novo Movimento unterstützte Film strahlt voller wunderschöner Bilder, erzählt in konsequenter Einfachheit das Leben der Menschen, macht auf die Herausforderungen aufmerksam, zeigt verschiedene Optionen, spürt Menschenprofile auf, die durch die Widersprüche des Lebens und des alltäglichen Kampfes gezeichnet sind: beeindruckend, herausfordernd und schön. Ende Oktober haben Sepp und Lotti den Film lanciert und schicken ihn so auf seine Reise, auf der er hoffentlich zahlreiche, interessierte Zuschauer finden wird. Novo Movimento hat bei Sepp und Lotti über die Botschaft und die Eindrücke des neuen Filmes nachgefragt. Hier ein Auszug aus dem Gespräch mit dem ‚filmenden Ehepaar aus Schenkon‘.

 

 

Hat das Zusammenleben mit der Natur in Amazonien bei euch Spuren hinterlassen?

 

„Schönheit und Einmaligkeit des Urwaldes kann man erst nachvollziehen, wenn man selber monatelang im tiefsten Dschungel gelebt und gewohnt hat. Das Labyrinth des Dschungels hinterlässt am Anfang zwar ein mulmiges Gefühl, aber mit der Zeit kommt eine innere Ruhe auf, eine Faszination, so, als würden die unzähligen Tierstimmen alle zusammen sagen wollen: Habt keine Angst, wir begleiten und beschützen euch, ihr seid willkommen bei uns. Wir verstehen jetzt, wenn Domingo, unser Protagonist sagt, er liebe den Wald über alles. Mit unserem Film möchten wir den Konsumenten sensibilisieren für die Schönheit und Wichtigkeit des Urwaldes, denn das Schützen des Waldes fängt beim Einkaufen an: z.B. weniger Fleisch kaufen, das von der Massentierhaltung kommt. Denn diese Tiere fressen viel brasilianisches Soja, und für diese Sojaplantagen werden Jahr für Jahr zehntausende von Hektaren Amazonas-Regenwald vernichtet. Besser ein paar Batzen mehr bezahlen und dafür regionale Bio-Produkte kaufen.”
 
 
Wie seht ihr die Perspektiven des für unseren Planeten so wichtigen Ökosystems?
 

„Der Film hinterlässt eine gewisse Ratlosigkeit. Dieses Gefühl der Ohnmacht ist beabsichtigt, denn das ist die Realität vor Ort. Niemand weiss, wie es mit Amazonien weitergeht, niemand hat ein Rezept zur Hand. Solange die Produzenten von Fleisch und Soja so viel Geld verdienen, hat der Urwald keine Chance. Da nützen alle Verbote und Gebote nichts. Die einzigen, die dieses Vernichten stoppen könnten, sind die Waldbewohner, aber nur dann, wenn sie für das Schützen des Waldes entschädigt werden und auch Perspektiven haben für ihre Zukunft.”

 
Welche Botschaft möchtet ihr gerne Domingo zurück in den Acre senden?
 

„Für uns sind diese Gummizapfer die eigentlichen Bewahrer des Waldes, sie verkörpern das, was man als intaktes Amazonien bezeichnen kann. Es ist uns ein grosses Anliegen, dass Domingo und alle andern Waldbewohner unsere Unterstützung zu spüren bekommen. Der Film soll eine Art “Mund-zu-Mund-Propaganda” auslösen:  Wir sind nicht einfach zur Passivität verurteilt, wir können mit unserem Konsumverhalten sehr wohl Einfluss nehmen, wenn es um die Zukunft von Amazonien und die Zukunft der Waldbewohner geht.”

 
(tuto)
 

 
Ciao