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Mit den Kindern und Jugendlichen für ihre Rechte

 
 

Unterstützte NOVO MOVIMENTO anfänglich lokale Projekte der gemeinschaftlichen Entwicklung in spezifischen Favelas (z.B. mit dem Aufbau von Kinderkrippen), öffnete sich mit der Gründung des Kinderrechtszentrums (1999) eine breitere Perspektive der Vernetzung von lokalen Initiativen. Heute ist das Kinderrechtszentrum als Referenzpunkt für die Menschenrechte der Kinder und Jugendlichen in der Südzone von São Paulo konsolidiert.

 

 

Im Kinderrechtszentrum werden die Opfer von Gewalt (Todesschwadrone, Drogenhandel, Militärpolizei, häusliche Gewalt, sexuelle Ausbeutung, Kinderarbeit, fehlende Schulplätze, inexistente Gesundheitsversorgung) betreut und begleitet (Projekt Treffpunkt Kinderrecht). Gleichzeitig wird versucht, gegen die Ursachen der verschiedenen Formen von Gewalt vorzugehen. Der Druck auf die Gemeinde und den Bundesstaat gehört zur täglichen Arbeit, um die juristisch garantierten Rechte der Menschen auch in der Wirklichkeit spürbar werden zu lassen.

 

Um die Vernetzung der Favelas, Gemeinschaften und Projekte zu stärken, arbeitet das Kinderrechtszentrum auch permanent am Aufbau von neuen lokalen Initiativen (Projekt Netzwerk Kinderrecht). Kinder, Jugendliche und ihre Familien werden für ihre Rechte sensibilisiert. Gemeinsam wird die erlittene Wirklichkeit analysiert, um das Bewusstsein für mögliche Veränderungsprozesse zu fördern. Spiel, Sport und Kultur sind meist erste Initiativen, die gemeinsam organisiert werden. Die Menschen treffen sich, diskutieren miteinander und versuchen durch gemeinschaftliches Handeln den lähmenden Fatalismus zu überwinden.

 
 

In den letzten Jahren hat NOVO MOVIMENTO vor allem diese beiden Projekte (Treffpunkt und Netzwerk Kinderrecht) mitfinanziert und mitgetragen. Der Anlaufstelle für die Opfer der verschiedenen Formen der Gewalt (Projekt Treffpunkt Kinderrecht) gelingt es zunehmend, sich durch lokale Finanzierungen abzusichern. Eine Mitfinanzierung des Netzwerkes Kinderrecht ist auch in Zukunft sinnvoll, weil durch diese Arbeit ein breiter Bildungsprozess in einer noch grösseren Zahl von Favelas möglich wird.

 
 

Doch in der Stärkung der ins Rollen gekommenen, lokalen Initiativen öffnet sich für NOVO MOVIMENTO eine neue Perspektive. Durch kleine Projektfinanzierungen können in Zukunft eine Vielzahl von Gruppen und Initiativen des Netzwerkes Kinderrecht direkt unterstützt werden. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen den Favelas intensiver und die Kraft der Gemeinsamkeit in einem starken Netz von sozialen Akteuren wird wirksamer. Die Aufgabe von NOVO MOVIMENTO ist es nicht, soziale Dienste aufrecht zu halten, und so die Aufgabe der lokalen Regierungsstellen zu übernehmen. Unser Ziel ist es, die Menschen als soziale Akteure zu stärken, damit sie wirksam ihre Rechte einfordern können.

 

Marinalva, Bewohnerin einer kleinen Favela im Grajaú bestätigt dieses Vorhaben. „Durch das Projekt Netzwerk Kinderrecht haben wir in unserer Favela die Kraft der Gemeinschaft neu entdeckt. Lange glaubte ein Grossteil der Bewohner der Favela, alleine besser vorwärts zu kommen. Doch durch die lancierten Initiativen haben wir gelernt, dass wir miteinander viel mehr erreichen. Wir können selber kleine Projekte in der Favela verwirklichen und gemeinsam haben wir auch mehr Kraft, wenn wir mit der Gemeindeverwaltung verhandeln. Wir sind eine kleine Favela. Aber es gibt sehr viele kleine und grosse Favelas. Nur wenn wir uns verbinden, werden wir wahrgenommen!“.

 
 

Im aktuellen Kontext der 2014 bevorstehenden Fussballweltmeisterschaft in Brasilien ist das auch von grosser Wichtigkeit. Denn auf der Ebene der lokalen Regierungen setzt sich eine neue Form der Sozialpolitik durch: die „Politik der Säuberung“. Soziale Problemsituationen werden nicht durch die Überwindung ihrer Ursachen gelöst, sondern sie werden aus dem Blick „gewischt“. „Was ich nicht sehe, macht mich nicht heiss“, ist die Devise. Favelas werden niedergewalzt, ohne dass den Familien eine Alternative ermöglicht wird. Gleichzeitig wird eine Scheinwelt rund um die neuen Fussballstadien aus dem Boden gestampft, zu der die arm gemachten Menschen nie Zugang haben.

 

 
(tuto)

 
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