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NOVO MOVIMENTO, unser Leitbild

 
'NOVO MOVIMENTO '
heisst auf Portugiesisch:
Neue Bewegung.
 
Bewegen heisst verändern,
neue Hoffnung stärken
in Brasilien und
in der Schweiz.
 
Der Verein NOVO MOVIMENTO
ist verbindende Brücke
zwischen Menschen in Brasilien
und Menschen in der Schweiz.
 
Durch gegenseitige Solidarität
lernen wir voneinander
und versuchen miteinander,
die Kraft der Veränderung
zu stärken.
 
 
Weitere Informationen auf dem Flyer von NOVO MOVIMENTO!
 
ANMELDEBLATT
 

NOVO MOVIMENTO, wer sind wir

 
 

"Das Ende der Geschichte!", dekretierte vor einigen Jahren ein Intelektueller des globalisierten Systems. Noch lange nicht, geben wir mutig zurück. Das Ende der Geschichte ist noch lange nicht geschrieben. Darum schreiben wir weiter: unaufhörlich, unaufhaltsam, unbeirrt... Wir schreiben durch unser alltägliches Tun an einer anderen Geschichte, einer neuen Geschichte mit menschlichem Antlitz.

 

Die Webseite von Novo Movimento ist ein kleines Kapitel dieser Geschichte. Sie bringt Informationen von den sozialen Bewegungen Brasiliens, der Arbeit der brasilianischen Landlosenbewegung, Aktuelles aus dem alltäglichen Wirken des Kinderrechtszentrum Interlagos - São Paulo. Farben, Eindrücke, Bilder und Worte, die uns allen Mut geben wollen, weiter zu dichten am Geschick und an der Geschichte unserer Welt und unserer Menschheit...

 
 

NOVO MOVIMENTO ist eine Gruppe von Menschen, die über die lokalen Grenzen unserer Horizonte schauen und suchen. Das gelebte Jetzt und Heute ist das Objekt unseres Schauens und Suchens. Wir üben den Austausch mit Menschen in Brasilien und lernen die Welt aus verschiedenen Gesichtspunkten anzusehen. Wir unterstützen Menschen, die gemeinsam versuchen die erlittene Wirklichkeit zu verändern, und so suchen auch wir, unseren Anteil am Prozess der Vermenschlichung des Planeten Erde beizutragen.

 

Die Verbindung zu Brasilien ist Frucht des Lebensweges von Beat Wehrle. Nach zwei Jahren Theologiestudium in Chur, reiste Beat Wehrle 1985 nach Brasilien, angezogen durch die Kraft und die Hoffnung der Befreiungstheologie. Obwohl er in einer Theologischen Fakultät eingeschrieben war, zog er es vor das „Buch des Lebens“ zu studieren und wohnte während fünf Jahren mitten in der Favela do Autódromo, im Stadtkreis Interlagos der Südzone von São Paulo, Brasilien. Im zweiten Jahr seines Brasilienaufenthaltes nahm er das Studium wieder auf und beendete es in der Theologischen Fakultät des Erzbistums von São Paulo. So verband er Studium und Leben, Theorie und Praxis. Er beteiligte sich an der Arbeit der Basisgemeinden der Favelas von Interlagos, an den Gemeinschaftsprojekten der Favelas und in den langsam entstehenden Volksbewegungen von São Paulos. Sein Ziel war es, Brücke zu sein zwischen den Menschen der Favelas und den Menschen in den Gruppen, Organisationen, Pfarreien usw. in der Schweiz. Permanente Kontakte, Begegnungen, Austausche in der Schweiz und in Brasilien sind die Formen, um das gemeinsame Verständnis der Wirklichkeit der anderen zu ermöglichen und Schritte zu tun, um das Netz der Solidarität zu stärken.

 
 

Was in der Schweiz anfänglich nur einzelne Kontakte waren, festigte sich im Verlauf der Jahre zum Verein Novo Movimento, der 1996 es sich zum Ziel steckte, einerseits Informationen, Erfahrungen und Projekte in der Schweiz den interessierten Menschen nahe zu bringen und andererseits die Arbeit der Basisgemeinden und Volksbewegungen in São Paulo zu unterstützen und zu stärken. Das sichtbare Resultat ist die fortgeschrittene Basisorganisation der Favelas von Interlagos, die Urbanisierung der Favele do Autódromo, der Vila Nicarágua und der Favela da Paz.

 

Gleichzeitig wurde die Partnerschaft mit der Bewegung der landlosen Bauern (Movimento Sem Terra) langsam und permanent aufgebaut. Die Landlosen organisieren sich, um die in der brasilianischen Verfassung verankerte Landreform zu verwirklichen. Verschieden Ansiedelungen wurden unterstützt, Kurse und Seminare der Landlosenbewegung mitfinanziert. Gleichzeitig wurde in den Favelas eine Konsumgenossenschaft (Cooperativa de Consumo Margarida Alves) aufgebaut, welche die Ernten der angesiedelten, ehemals landlosen Bauern direkt in die Basisgemeinden und Favelas der Peripherie von São Paulo bringt.

 

Der lokale Aufbau von Basisorganisationen in den verschiedenen Favelas der Südzone von São Paulo verstärkte den Bildungsprozess der brasilianischen Vereinigung der Volksbewegungen (Central de Movimentos Populares), die 1993 als direktes Sprachrohr der Basisgruppen, Organisationen und Vereinigungen gegründet wurde. Auch in diesem Prozess unterstützt Novo Movimento verschiedene Initiativen und beteiligt sich an der Stärkung der brasilianischen Zivilgesellschaft.

 
 

Auf lokaler Ebene führte die langjährige Arbeit in der Südzone von São Paulo zum Aufbau des Kinderechtszentrums von Interlagos (Centro de Defesa dos Direitos da Criança e do Adolescente de Interlagos – CEDECA Interlagos), welches die Rechte und die Würde der Kinder und Jugendlichen verteidigt. Unter den verschiedenen Aktivitäten des Kinderrechtszentrum ist die Begleitung von Jugendlichen in sozialen, familiären und persönlichen Notsituationen, die juristische Beratungsstelle, die breite Preventionsarbeit gegen Missbrauch von Kindern, die soziale und psychologische Begleitung von Familien, die Bildungsarbeit mit Sozialarbeitern, Psychologen, Lehrer, Rechtsanwälte usw. und das Laboratorium neuer sozialpolitischer Praxis hervorzuheben. Der Unterhalt der verschiedenen Projekte und Programme wird durch Verträge mit lokalen Regierungstellen (Sozialamt São Paulo, Kulturministerium Brasilien usw.) gesichert. Die Unterstützung von Novo Movimento garantiert jedoch die Autonomie des Kinderrechtszentrums und ermöglicht die Anpassung der nötigen Infrastruktur. 

 

Neben der Unterstützung der Landlosenbewegung und der Vereinigung der brasilianischen Volksbewegungen ist heute der Aufbau des Kinderrechtszentrums von Interlagos das Hauptziel der Arbeit von Novo Movimento. In allen Partnerschaften mit lokalen Organisationen in Brasilien zählt Novo Movimento auf die Begleitung von Beat Wehrle. Seine Aufgabe ist es, Brücke zu sein zwischen uns und den verschiedenen Initiativen in Brasilien. Er ist der „kulturelle Übersetzer“, der uns die erlittene Wirklichkeit Brasiliens nahe bringt und die Reifung der spezifischen Partnerschaften mit den verschiedenen Bewegungen und Organisationen motiviert.

 
 

Die Arbeit des Kinderrechtszentrums ist ein kleiner Tropfen an der endlos scheinenden Peripherie der Millionenstadt São Paulo. Spiegelnde Hochhäuser stehen wie sterile Spielzeuge neben Hütten aus alten Teppichen, Wellblech und Holzresten. Brasilien ein Land der unsagbaren Gegensätze und Widersprüche. Ein Land, dessen Elite versucht ihre Herrschaft und Privilegien durch alltägliche Anpassung an die Tücken des sinnlos drehenden Karussells der grenzenlosen Marktwirtschaft zu vergrössern.

 

Ja, die Arbeit des Kinderrechtszentrums ist ein kleiner Tropfen. In Verbindung mit der Kraft der Basisgemeinden und der Volksbewegungen werden es jedoch immer mehr Tropfen. Zusammen mit der Hoffnung und der Verbundenheit des entstandenen Freundeskreises in der Schweiz wird die Arbeit eines jeden zu viel mehr als nur zu einem Tropfen! Die Hoffnung ist berechtigt: was unerreichbare Zukunft schien, wird Schritt um Schritt Gegenwart. Immer dann, wenn wir gemeinsam den Mut haben, der gelebten Wirklichkeit ins Auge zu schauen, um sie durch gemeinsames Tun und Handeln zu verändern, wenn wir die Kraft haben, uns herausfordernde Seiten unserer Welt nicht durch vermeintliches Vergessen vom Horizont zu schieben. Brasilien, ein Volk das leben will, ein Volk von Menschen in der Verschiedenheit der unzähligen Völker unserer Mutter Erde!

 
 

NOVO MOVIMENTO arbeitet in enger Partnerschaft mit E-CHANGER, Organisation mit Sitz in Fribourg und aktiv in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit (PEZA). E-CHANGER finanziert keine Projekte, sondern ermöglicht den freiwilligen Einsatz von Fachpersonen mittels eines sozial-politischen und professionellen Engagement innerhalb der Aktivitäten von lokalen Partnerorganisationen im Süden. Dieser Austausch zwischen Menschen und Kulturen ist wesentliches Werkzeug einer interkulturellen Übersetzung und dient der Synergieförderung der Vernetzungen von sozialen Bewegungen in Nord und Süd. So arbeitet NOVO MOVIMENTO zusammen mit E-CHANGER am Bau von Brücken zwischen Nord und Süd und an der Stärkung des globalen Netzes der Solidarität. Mehr über E-CHANGER auf der Webseite: www.e-changer.ch

 

Zwischen 1995 und 2006 koordinierte Beat Tuto Wehrle das Brasilienprogramm von E-CHANGER und zwischen 2007 und 2012 war er Geschäftsleiter von E-CHANGER in Fribourg. Auch das Kinderrechtszentrum Interlagos ist seit 1999 Partnerorganisation des Brasilienprogrammes von E-CHANGER. So arbeiten NOVO MOVIMENTO und E-CHANGER eng zusammen. Ein Beispiel dieser gegenseitigen Verstärkung ist die Fotoausstellung von Douglas Mansur "500 Jahre Brasilien: die Hoffnung lebt!". Sie wurde 2000 im Moment der Erinnerung der fünfhundertjährigen Eroberung Brasiliens mit der Präsenz von Leonardo Boff in Fribourg und in Winterthur eingeweiht, und war danach quer durch die Schweiz zu sehen.

(tuto)

 
Ciao